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90 000 Jobs in der Autoindustrie gefährdet

Berlin/München (dpa) – In der deutschen Autoindustrie sind einer Studie zufolge trotz staatlicher Hilfen mehr als

90 000 Arbeitsplätze in Gefahr.
Wie die Tageszeitung «Die Welt» (Freitag) unter Berufung auf eine Analyse der Unternehmensberatung Roland Berger weiter berichtet, wird das Ende der Abwrackprämie die Zahl der Insolvenzen entlang der gesamten automobilen Wertschöpfungskette deutlich steigen lassen. Die Unternehmensberatung geht für 2009 trotz staatlicher Förderprogramme im Zuge der Wirtschaftskrise von einem weltweiten Nachfragerückgang von 20 Prozent aus. Eine Erholung sei auch im nächsten Jahr nicht in Sicht. Hinzu kämen strukturelle Probleme der Branche wie Überkapazitäten, hohe Lagerbestände und ein zu dichtes Händlernetz.
In Deutschland sei besonders die Lage der Autohändler prekär. Zwar würden in diesem Jahr dank der Abwrackprämie mehr Autos verkauft, dabei handele es sich aber um vorgezogene Käufe, die im nächsten Jahr fehlten. «Wenn die Abwrackprämie ausläuft, ist fast jeder zweite deutsche Händler akut von Insolvenz bedroht», sagte Ralf Landmann, Partner von Roland Berger und Autor der Studie. Bis zu 30 000 Stellen könnten wegfallen.
Landmann zufolge bedrohen Nachfragerückgänge und sinkende Renditen dabei «leider vor allem die großen Händlergruppen, die in den vergangenen Jahren eigentlich alles richtig gemacht haben». Ausgerechnet die Unternehmen, die viel Geld in das eigene Wachstum investiert hätten, litten nun unter der Kreditklemme und müssten um ihre Existenz bangen, sagte er der «Welt».
Um die Probleme in den Griff zu bekommen, schlägt die Unternehmensberatung unter anderem einen schnellen Abbau der Lagerbestände durch Abverkaufsprogramme vor. Außerdem müssten die Hersteller den unter Druck stehenden Händlern unter die Arme greifen und sie mit genügend Eigenkapital ausstatten. Allein in Europa wären dafür 300 bis 500 Millionen Euro nötig.

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