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EU-Wirtschaftsforscher warnen vor Verschärfung der Schuldenkrise

Februar 24, 2011 2 Kommentare

Der Sachverständigenrat der EU (EEAG) sprach sich offen dafür aus, Griechenland 2013 den Euro weg zu nehmen und wieder die alte Währung Drachme einzuführen. Die Zahlen der vergangenen Monaten haben gezeigt, dass sich die Situation in Griechenland trotz Rettungspakete nicht zum besseren entwickelt hat, dies wurde in einer 30-seitigen Studie veröffentlicht.

Zwar hat die griechische Regierung versprochen ab 2014 jeden Cent zurück zu zahlen, doch die Entwicklung zeigt eine eindeutig andere Sprache. Laut Studie, wird die Schuldenlast innerhalb der nächsten drei Jahre nahezu explodieren, von 142 (2010) auf 160 Prozent des Bruttoinlandsproduktes im Jahre 2013. Die Arbeitslosigkeit werde voraussichtlich von 10 auf 15 Prozent steigen.

Wird Griechenland tatsächlich der Euro weggenommen, dann bedeutet das nicht nur für die griechischen Bürger drastische Einschnitte, denn die neue „alte“ Währung wird drastisch entwertet werden und somit auch die Papierersparnisse der Helenen. Aber auch die Schuldner, u.a. Deutschland, welche Griechenland Milliardenbeträge verliehen haben, werden mindestens ein drittel der Schulden abschreiben müssen. Betroffen wären zudem Banken, welches wiederum eine Kettensituation auslösen könnte. Ebenso in Gefahr sind Sparer in Griechischen Staatsanleihen.

Bundesbank-Präsident Axel Weber sagte bereits: „Verglichen mit einem Marathonlauf haben die Problemländer vielleicht die ersten zehn oder 15 Kilometer geschafft. Die schmerzhaftesten Passagen werden aber erst zu einem späteren Zeitpunkt kommen.“

Der Chef der Europäischen Zentralbank für Wiederaufbau und Entwicklung sagte: „Ein Schuldenerlass von 30% und mehr sei nötig“.

Aber dem nicht genug, weiterhin sind weitere Pleitekandidaten wie Portugal und Spanien stark angeschlagen und stehen kurz vor dem technischem k.o. Portugal benötigt im April weitere 4,3 Milliarden Euro und neue Zahlen aus Spanien enthüllen, dass die Sparkassen des Landes auf Verbindlichkeiten in Höhe von 217 Milliarden Euro sitzen, circa 100 Milliarden davon seien toxische Papiere.

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Dafür gibt die BRD/unser Staat das meiste Geld aus

Wollten Sie auch schon immer mal wissen für was unser Staat/ BRD das meiste Geld ausgibt? Hier sehen Sie eine interessante Grafik zu den Bundausgaben von 1972 im Vergleich zu 2007. Interessant dabei ist vorallem, wo sich die höchsten Kostenexplosionen entwickelt haben. Alleine die Kosten für Zinsen machten im Jahre 2007 bereits nahezu soviel Geld aus wie die Kosten für den Arbeitsmarkt. Zur Info: Zinsen sind Gelder welche nur dazu gezahlt werden um den Zins zu bedienen. Dabei wurde also noch kein Cent der Schulden überhaupt zurück gezahlt. Im Jahre 2010 waren die Zahlungen für Zinszahlungen bereits wesentlich höher als die Zahlungen für den Arbeitsmarkt.

Ausgaben BRD 1972

Ausgaben BRD 1972

Staatsausgaben 2007 BRD

Staatsausgaben 2007 BRD

Die höchsten Kostensteigerungen ergeben sich aus dem Arbeitsmarkt (0,2% auf 15,2%) und aus den Zinsen (2,5% auf 14,7%). Mittlerweile übersteigen die Kosten für Zinszahlungen die Kosten des Arbeitsmarktes und werden bei weiterer Entwicklung selbst die Kosten der Renten übersteigen. Man sieht daran mal wieder welches Problem die Industriestaaten weltweit haben, es sind in erster Linie nicht die Kosten für Rentner oder für den Arbeitsmarkt, sondern die ausufernen Schulden. Hier können Sie sich eine beeindruckende Grafik zu der Schuldenentwicklung der BRD anschauen.

Staatsverschuldung BRD

Staatsverschuldung BRD

Die Schuldenkrise gibt es also nicht erst seit der jüngsten Finanzkrise, sondern das Verschuldungsproblem hat sich bereits in der Vergangenheit kontinuierlich weiterentwickelt. Egal ob die Konjunktur gut lief oder schlecht, die Staaten haben sich munter immer weiter verschuldet.

In jeder anderen Industrienation, egal ob USA oder Japan, werden Sie ein ähnliches Bild vorfinden. Es ist ein weltweites Problem (Grafik):

So hat sich die weltweite Verschuldung seit 1996 entwickelt

So hat sich die weltweite Verschuldung seit 1996 entwickelt

Einige Ökonomen sind daher der Meinung, das allein durch den Zins (Zinsen können nur entstehen wenn woanders Schulden entstehen), das jetzige Wirtschaftssystem in einem Bankrott enden muss, d.h. der Staat wird sich durch Inflation oder Währungsreform von seinen Schulden lösen und der Papiergeldsparer (bspw. LV’s, Bausparer, Anleihen, Festgeld, Riester, Rürup etc.) wird seiner Ersparnisse beraubt/enteignet.